#17: In Falkenberg liegt der Hund begraben

Aktualisiert: 3. Nov 2019

In Falkenberg, das aus zwei Straßen, einem Tierheim und einer Kleingartenanlage besteht, ist überraschend viel los. Überraschend, weil an der Grenze zu Brandenburg, JWD also. Und überraschend auch, weil man sich hierhin nicht zufällig verirrt. Wen es nach Falkenberg zieht, der hat einen Plan, eine Agenda. Ein neues Haustier anschaffen zum Beispiel in einem von Europas größten Tierheimen. Hier findet Tierliebhaber, was Tierliebhabers Herz begehrt. Voraussetzung ist ein sehr großes Herz. Denn viele der Tiere sind leicht bis schwer verhaltensgestört. Da ist Florian. Der Pinscher-Jack-Russel-Terrier-Mischling hat schon viel Pech in seinem Leben gehabt und wartet seit mehreren Jahren darauf, „endlich mal vom Glückstopf naschen“ zu können. So steht es in der tierischen Kontaktanzeige. Oder Ole. Aus schlechter Haltung stammend, nicht immer unbedingt bereit, mit seinem Halter zu kooperieren, setzt auch schon mal seine Zähne ein. Oder Mr. Fu, der niemanden an sich und seine Bezugsperson ranlässt und nur an einen Ein-Personen-Haushalt in ländlicher Umgebung vermittelt werden kann. Keine guten Aussichten für die Vierbeiner. Viel besser geht es auch bei den Katzen nicht zu. Der Andrang auf die flauschigen Tierchen ist zwar riesig, aber die guten Exemplare scheinen sehr schnell vergriffen zu sein. Mauzi hingegen, die sich wild fauchend am Gitter ihres Käfigs festkrallt, sobald sich Menschen nähern, wird wohl das gleiche Schicksal ereilen wie Florian, Mr. Fu und Ole: Aussichtslosigkeit. Für immer im Tierheim gefangen. Im Tierheim sterben. Auf dem tierheimeigenen Friedhof endlich Ruhe finden. In Falkenberg liegt der Hund begraben im allerwahrsten Sinne.



Affen, exotische Schlangen, Bartagamen, die dort auch ein Zuhause gefunden haben, zum Trotz ist das Tierheim kein Ort, an dem man an einem Sonntag gern länger als nötig bleiben möchte.


Ein weiterer Grund, sich in Falkenberg aufzuhalten, ist die schöne Dorfkate aus dem Jahr 1856 mit Café. Die kleinen Gasträume heißen Stube und weil die Kate aus Lehm besteht und einen Ofen hat, heißt das Café „Café Lehmofen“. Neben Kaffee und Kuchen bietet es auch eine saisonale Speisekarte mit warmen Gerichten an. Die Gemüsesuppe mit Rosmarin schmeckt ausgezeichnet, genauso wie das Brot, das dazugereicht wird. Auch die anderen Gerichte sehen gekonnt zubereitet und allesamt sehr schmackhaft aus. Die Leute kommen hierher, weil sie wissen, dass das Essen gut und das Café gemütlich und familiär ist. Ein sehr guter Grund für einen Besuch in Falkenberg.







Und noch ein paar Impressionen aus Falkenberg:




Café Lehmofen, Dorfstraße 4, Berlin-Falkenberg, Do+Fr 12–18, Sa+So 12–19 Uhr

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